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Kontrolle und Zertifizierung nach EU-ÖkoVO

Kernelement des Kontrollverfahrens ist eine jährliche Inspektion im Unternehmen. Grundlage hierzu ist Artikel 63 - 67 der ÖkoDVO 889/2008.

Diese beinhaltet eine jährliche Aktualisierung der Betriebsbeschreibung, die Überprüfung der Produktion, der Aufzeichnungen und der Buchhaltung.

In Erzeugerbetrieben umfasst dies außerdem die Besichtigung der Flächen, Tiere, Ställe, Ausläufe und Lager; bei Verarbeitungsbetrieben, Importeuren und Handelsbetrieben der Produktionsanlagen, Lager und Betriebsräume.

 

Nach § 5 - 7 der ÖLG-Kontrollstellen-Zulassungsverordnung und Artikel 92 der ÖkoDVO 889/2008 sind die Kontrollstellen verpflichtet:

  • jährlich bei mindestens 10% der Unternehmen risikoorientiert eine zusätzliche StichprobenInspektion durchzuführen
  • mindestens 20% aller Inspektionen unangekündigt durchzuführen
  • je nach Risikoeinstufung sind weitere unangekündigte Kontrollen vorgesehen.
  • jährlich bei mindestens 5% der Unternehmen risikoorientiert Proben zu nehmen und zu analysieren (Vergabe an akkreditiertes Labor).
  • jährlich bei mindestens 10% der Unternehmen eine unternehmensübergreifende Warenflusskontrolle, sog. Cross-Checks durchzuführen.

Die Betriebe werden jährlich einer Risikoanalyse unterzogen, die Einfluß hat auf die Durchführung von zusätzlichen Stichproben, unangekündigten Inspektionen,  Probenahmen und Cross-Checks. Hier werden folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Marktbedeutung und -reichweite der Produkte,
  • Struktur und Komplexität des Unternehmens,
  • Zahl und Struktur der Lieferanten von Zuliefererzeugnissen,
  • Vorhandensein von Subunternehmen,
  • Wechsel des Eigentümers oder des leitenden Personals des Unternehmens,
  • Vorhandensein geeigneter interner Qualitätssicherungssysteme,
  • Parallelproduktion von nichtökologischen und ökologischen Produkten,
  • Produktart und
  • in der Vergangenheit im Unternehmen festgestellte Abweichungen von der Öko-VO.

Über die Inspektion wird ein Inspektionsbericht angefertigt, der vom Unternehmen gegengezeichnet wird. Ein Exemplar verbleibt beim Unternehmen.

Für jede festgestellte Abweichung von der ÖkoVO wird ein Abweichungsbericht erstellt.

m Falle von Abmahnungen muß in der Regel eine kostenpflichtige Nachkontrolle durchgeführt werden.

Die Einstufung der Sanktionen und Maßnahmen ist in der AGRECO-Sanktionsordnung geregelt. Schwerwiegende Sanktionen sind im Maßnahmenkatalog der ÖLG-Kontrollstellen-Zulassungsverordnung geregelt. In Bayern ist zusätzlich der Sanktions- und Maßnahmenkatalog für Bayern anzuwenden.

Werden Unregelmäßigkeiten oder Verstöße festgestellt, darf der/die Inspektor/in nicht allein vor Ort entscheiden, sondern die Leitung der Kontrollstelle und / oder die zuständige Behörde des Bundeslandes.